Die SDGs in der Kommune

Fit für die Zukunft? 

Was macht Stuttgart mit der Welt und was macht die Welt mit Stuttgart?

Wir Stuttgarter*innen haben durch unsere Verflechtungen, ob wirtschaftlich oder kulturell, großen Einfluss auf das Geschehen weltweit. Damit sich unsere Stadt – und dadurch auch die Welt – zukunftsfähig und nachhaltig entwickeln kann, haben wir bei unserer Arbeit im Gemeinderat die UN-Nachhaltigkeitsziele im Blick. Unsere Vorschläge für den Haushalt 2018/19 der Landeshauptstadt Stuttgart sind geprägt davon. Weil also wir als Kommune Teil der Welt sind und unser Handeln Auswirkungen auf andere hat, haben wir uns bei der Erarbeitung unserer 92 Anträge für den Stuttgarter Stadthaushalt die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (symbolisiert durch das bunte „Goal Wheel“) Leitziele für Stuttgart als Kompass genommen. Die Absicht hinter diesen Zielen ist die weltweite nachhaltige Umgestaltung in Bezug auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.

 

 

Die SDGs in der Kommune

Wie die Welt, so auch wir: Peu à peu zukunftsfähiger

1972 kam im Brundtland-Report erstmals die Idee einer „nachhaltigen Entwicklung der Länder“ auf. 1992 auf der Weltkonferenz in Rio vermerkte man, dass der Unterschied zwischen den nördlichen und den südlichen Ländern der Erde verheerend ist. Die Welt formulierte daraufhin die Leitlinie einer nachhaltigen Entwicklung. Man sprach von entwickelten Ländern, Schwellenländern und Entwicklungsländern. 2002 war davon keine Rede mehr; die Weltgemeinschaft hatte verstanden, dass dieses Denken nicht der Realität entspricht. Mit der Agenda 2030 der UN, die 2015 von 184 unterzeichnet wurde, gab es dann einen Paradigmenwechsel: Die neue Erkenntnis ist, dass alle Länder gleichermaßen Entwicklungsländer sind – individuell sind nur die jeweiligen Entwicklungsfelder.

Wo wollen, wo müssen wir uns weiterentwickeln?

Der Prozess zur Agenda 2030 hat 17 Ziele hervorgebracht, die für alle Länder dieser Welt gelten und alle unteilbar und gleich gewichtet sind. Jedes Land muss sich daher die Frage stellen, in welchem Bereich es sich weiterentwickeln sollte. Ein afrikanisches Land, in dem die Menschen einen kleineren ökologischen Fußabdruck hinterlassen, sollte Ziele wie Innovation, Wachstum und Struktur verfolgen. Ein entwickeltes Land wie Deutschland sollte sein Augenmerk auf den Klimaschutz, nachhaltigen Konsum oder auf die Auswirkungen der eigenen Ernährungsweise lenken. Die Ziele bedingen sich alle gegenseitig. Manchmal befruchten sie sich, manchmal können sie nicht alle gleichzeitig realisiert werden – und deswegen braucht es auch immer wieder interessierte, engagierte Menschen, die demokratisch entscheiden: Welches ist jetzt das Entwicklungsziel, das wir priorisieren müssen? Müssen wir in einer Stadt wie Stuttgart das Ziel Wachstum unbedingt fördern, oder ist vielleicht Klimaschutz einen Tick wichtiger für uns? Wo stehen wir? Das ist natürlich nicht in den Zielen an sich beantwortet, das müssen die Bürger*innen und ihre Repräsentant*innen immer wieder im Einzelnen entscheiden.

92 grüne Haushaltsanträge, 92 mal nachhaltig

Eines der Agenda2030-Unterziele heißt etwa: „Bis 2030 die Nachhaltigkeit der Systeme der Nahrungsmittelproduktion sicherstellen und resiliente landwirtschaftliche Methoden anwenden, zur Erhaltung der Ökosysteme beitragen, die Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen und somit die Flächen- und Bodenqualität schrittweise verbessern.“ Also ist es unsere Aufgabe, uns die Frage zu stellen: Was können wir in Stuttgart tun, um die Landwirtschaft zu befähigen, naturverträglicher zu werden? Einen großen Schritt in diese Richtung wollen wir Grünen in diesen Haushaltsberatungen damit gehen, dass wir den Anteil an Bio-Produkten beim Schulessen erhöhen. Es ist nachgewiesen, dass Bio-Essen gesünder ist; in den Nahrungsmitteln finden sich weniger Pestizide und Herbizide – was natürlich wiederum positive Effekte auf unsere Böden und das Grundwasser hat. Mit dem Kauf von Bio-Produkten stärkt man außerdem die ökologische Landwirtschaft und befördert den regionalen Arbeitsmarkt, weil ökologische Landwirtschaft arbeitsintensiver ist und mehr Personal benötigt.

Wir gehen aufs Ganze!

Der Blick fürs Ganze ist bei den anderen Fraktionen im Gemeinderat nicht unbedingt verbreitet und spielt in der tagesaktuellen Debatte oft keine Rolle. Deshalb braucht es uns Grüne – um diese Zusammenhänge immer wieder verständlich und greifbar zu machen.

 

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