EELV

Seit 2016 bin ich co-secrétaire der französischen Grünen im Ausland. Im Jahr 2017 wurde ich von Europe Écologie les Verts (EELV), den französischen Grünen, als Kandidatin für die assemblée nationale (französische Nationalversammlung)  im 7. Auslandswahlbezirk aufgestellt.  Nach einem spannenden und lehrreichen Wahlkampf mit vielen Reisen quer durch Mittel- und Ost-Europa erreichte ich am 4. Juni knapp 10% der Stimmen in ersten Wahlgang (EELV erreichte im nationalen Schnitt 4.5% der Stimmen) . Der Kandidat Frédéric Petit (La République En Marche!) wurde Abgeordneter im Wahlkreis.

Hier ein Bericht:

Wahl – Nationalversammlung 2017

 

Als deutsch-französische Kommunalpolitikerin der Grünen in die Assemblée nationale ?

Anna Deparnay-Grunenberg, Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Rathaus, kandidiert für die Französischen Grünen (EELV) für die kommenden Parlamentswahlen die am 4. und am 18. Juni stattfinden und möchte die in Deutschland und Zentraleuropa lebenden Franzosen (dem 7. „Auslandswahlbezirk“) vertreten. Ihr Ziel ist es konstruktiv und kreativ dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem Umweltminister Nicolas Hulot und den neuen, spürbaren Geist des Aufschwungs in Frankreich darin zu bestärken, die ökologische Transformation als Innovationstreiber und als Motor der Wirtschaft zu begreifen.

Viele Menschen denken, dass es nur die große Politik gibt und ansonsten das „Kleinklein“ vor der Haustür. Aber sich für die (klimafreundliche) Renovierung der eigenen Schule einzusetzen, eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Bürgerverein oder im Flüchtlingsfreundeskreis einzugehen, kann bereits ein wichtiger Baustein sein“ meint die gutgelaunte Anna Deparnay-Grunenberg. „Da alles miteinander verbunden ist und die Summe aller dieser Handlungen unsere Welt ausmacht, ist quasi alles relevant. Und das spornt mich an! »

Wenn die Stadt Stuttgart sich konkret unter ihrer Mitwirkung entscheidet das städtische Geld aus Kohle und Öl zu desinvestieren; wenn durch Ihr Wirken kommunale Betriebe eine Gemeinwohlbilanz erstellen, um die Folgen ihres Handelns auf Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und auf die Natur herunter zu brechen, oder wenn sie in einem florierenden Gewerbegebiet eine urbane Seilbahn als leises und emissionsfreies innovatives Fortbewegungsmittel prüfen lässt, denkt sie stets vernetzt.

Die deutsch-französische Grüne, 1976 in Berlin geboren, in Frankreich aufgewachsen und nun seit 20 Jahren wieder in Deutschland ist Forst- und Umweltwissenschaftlerin, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Wenn sie nicht im Wirtschaftsausschuss oder im Umweltbeirat die Kommunalpolitik mitgestaltet, bietet sie als Selbständige Seminare zur Prozessbegleitung mit tiefenökologischen Methoden an.

Zurzeit liegt aber Ihr Fokus eindeutig nicht auf ihrer Selbständigkeit sondern bei den in Deutschland, in Zentraleuropa und in den Balkanstaaten lebenden Franzosen und Französinnen.

Anna Deparnay-Grunenberg reist gerade viel: nach Budapest, Bratislava oder Berlin, nach München, Mannheim, Prag, Frankfurt; überall macht sie Wahlkampf und besucht französische Unternehmer, Vereine, Institutionen und Schulen. Die Organisation und die Logistik sind eine große Herausforderung in diesem „Wahlkreis“, der 16 Staaten vereint und in dem 150.000 Franzosen registriert sind. „Ich arbeite viel im Zug, habe ein sehr engagiertes und flexibles Unterstützerteam, schlafe wenig und habe das Glück, dass meine Familie zu 100% dahinter steht…“

Nun heißt, es die Auslandsfranzosen zu finden und zu überzeugen: die sollen sie als „konstruktive und pragmatische Grüne“, die sich mit Leidenschaft für ein ökologischeres und solidarischeres Europa einsetzt, ins Parlament wählen. Ihre Chancen sind gegenüber dem jetzigen Amtsträger (PS) und dem kürzlich ernannten Mitstreiter von der Bewegung En Marche! / MoDem aus Polen schwer einzuschätzen, aber um es zu schaffen, will sie kämpfen. Ihre Themen: Was die Energiewende und die damit verbundene Eindämmung des Klimawandels mit den weltweiten Flüchtlingsbewegungen zu tun haben; warum die Artenvielfalt, gesunde Böden und gute Luft die Basis des Lebens auch für Stadtmenschen bilden; warum es sich lohnt, sich immer wieder auf allen Ebenen zu engagieren und wie dies den notwendigen „Zusammenhalt“ in der Gesellschaft fördert. Natürlich hört sie sich auch an, was französische Schulen oder Unternehmen im Ausland für Unterstützung oder Rahmenbedingungen brauchen und wie die Sozialsysteme besser angepasst werden könnten, um sich dann spezifisch für sie vor Ort einzusetzen.

Unterstützung erfährt die energiegeladene Pro-europäerin von prominenten Grünen von der Landes-, Bundes- und Europaebene, von Winfried Kretschmann bis Franziska Brantner über Dany Cohn-Bendit, von vielen ehrenamtlichen Weggefährten, die für sie online oder Haustür-Wahlkampf unermüdlich machen – und nicht zuletzt von vielen Frauen, die es fantastisch finden, dass sie sich engagiert.

 

Die Wahl

Der 7. Wahlkreis der Franzosen im Ausland ist ein Wahlkreis für französische Staatsangehörige, die in Deutschland, Österreich oder weiteren Ländern Mitteleuropas und der Balkanhalbinsel leben, zur Wahl der französischen Nationalversammlung.