Unterwegs die Umwelt zu zerstören? Anna Deparnay-Grunenberg – Kurs auf Europa

Im ultramobilen Zeitalter sind wir alle ständig unterwegs, jeden Tag mobil, jeden Tag auf Achse. Wie, wohin und wann wir dies sind, hat enorme Auswirkungen auf unsere Umwelt. Dessen ist sich die Europakandidatin der Grünen, Anna Deparnay-Grunenberg, bewusst. Auch sie ist viel unterwegs, insbesondere im aktuellen Europawahlkampf. Sie glaubt an eine Zukunft in der umfassende Nachhaltigkeit und Mobilität keinen Widerspruch darstellen. Sie glaubt an eine Europäische Union, die mehr kann, eine EU, die eine Mobilitätswende befördert, für mehr Komfort und eine bessere Lebensqualität. Sie nimmt Kurs auf Europa, um diese Ideen zu beflügeln.

Mobilität ein heißes Thema aus dem Stuttgarter Kessel

Deparnay-Grunenberg ist seit zehn Jahren Gemeinderätin der Stadt Stuttgart und seit fünf Jahren Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stuttgarter Rathaus. Das Thema Mobilität und die zahlreichen Interessenskonflikte, Ängste und Fragen sind ihr bekannt. Den Menschen vorzuschreiben, wie sie sich fortbewegen zu haben, ist ihr fremd. Darum kann es in der Politik nicht gehen. Die Politik muss den richtigen Rahmen und Anreizstrukturen setzen, damit ökologisch erwünschtes Verhalten auch zur ökonomisch richtigen Entscheidungen führt.

In Stuttgart hat sie beispielsweise erwirkt, dass der ÖPNV attraktiver wird, da billiger und unkomplizierter. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt herrschte bis zum 1. April diesen Jahres ein regelrechter Tarifdschungel mit unzähligen Tarifzonen. Das entsprechende Ticket zu lösen war gewissermaßen eine Wissenschaft für sich. Die neue Tarifreform sorgt heute für Übersicht und 30% Rabatt im Schnitt für alle Nutzer.

Auch die Idee eines Mobilitätspasses, wo jeder motorisierten Verkehrsteilnehmer im Ballungsraum Stuttgart ein gültiges ÖPNV-Ticket vorweisen müsste, hat sie mit Ihrer Fraktion in den politischen Diskurs gebracht. Die Jahrespreise für den ÖPNV könnten somit von heute 675 EUR auf 365 EUR/Jahr gesenkt werden und die dadurch zusätzlichen generierten Mittel würden dem massiven Ausbau des ÖPNV dienen. Dadurch, dass der Umstieg für jede PKW-Fahrt auf den ÖPNV jederzeit möglich wäre und der Preis bereits bezahlt würde, würde Stuttgart eine Reduzierung von mindestens -20% des motorisierten Individualverkehrs erwarten können. Der Luftreinhaltung und mehr Platz im öffentlichen für Lebensqualität wären weit gedient.

Dazu muss auch die “neue Mobilität”  komfortabler werden und eine Fahrt sollte nicht mit großem Rechercheaufwand verbunden sein. Aktuell muss man jede Fahreinheit einzeln heraussuchen und bezahlen. Es stehen einfach noch zu viele Fragen und Unsicherheiten im Raum wie z.B. Wann fährt der Bus? Wie viel kostet er? Schaffe, ich dann den Anschluss an den Regio? Kann ich bei Ankunft ein Rad leihen? Darum setzen sich die Grünen für digitale Angebote ein, die die verschiedenen Verkehrsangebote integrieren müssen. Eine einzige App informiert über die verschiedenen Möglichkeiten an den Zielort zu gelangen, liefert Informationen über Verspätungen o.Ä. in Echtzeit und erlaubt den gesamten Weg per Klick auf einmal zu bezahlen.

Gleiches gilt etwa für Radmobilität. Deparnay-Grunenberg hat sich eingesetzt, das auch im bergigen Stuttgart Fahrradmobilität attraktiv wird. Das Förderprogramm E-Lastenräder für Familien läuft in Stuttgart und ist äußerst beliebt. Ein besseres Fahrradwegenetz beflügelt durch den Radentscheid Stuttgart und sogar ein Solar-Radweg werden in Stuttgart realisiert.

Die grünen Politikerin denkt auch an die Schaffung neuer Mobilitätsangebote wie z.B. an urbane Luft-Seilbahnen, um wichtige Zubringerfunktionen in Ballungsräume zu leisten. Die Vorteile liegen für Deparnay-Grunenberg auf der Hand: leise, emissionsfrei, taktlos und “minimalinvasiv” was die Infrastruktur angeht. Zusammen mit Wirtschaftsunternehmen des SynergieParks hat sie eine Mehrheit im Gemeinderat gewonnen und eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie für vier konkrete Seilbahnprojekte in Stuttgart durchführen lassen. Eins dieser Projekte wäre ein Park& Fly an der Autobahn, wo Parkhaus und Seilbahn-Station direkt in das Gewerbegebiet – was über 60.000 Arbeitsplätze vorweist – führen soll. Im Sommer werden die Ergebnisse präsentiert und die Bürger und Bürgerinnen in die Planung eingebunden. So weiß Deparnay-Grunenberg Ideen an der Realität zu messen, um diese im politischen Diskurs prägnanter zu machen. Denn nur bei politischen Hätte-Wenn-und-Aber-Diskussionen soll es nicht bleiben, die 42-jährige Politikerin möchte konkret werden und etwas in Gang bringen.

Mobilitätswende europäisch gestalten mit starken Städten und Kommunen

Deparnay-Grunenberg begrüßt, dass in vielen Städten bereits etwas in Bewegung kommt. Vielmehr noch könnte bewirkt werden, wenn wir vernetzt und europäisch denken. Die Erderwärmung kann ohne Mobilitätswende kaum begrenzt werden, davon ist die Grünen Politikerin überzeugt. Sie möchte in der EU Raum für Innovation schaffen und neu und vernetzt denken. Die Digitalisierung birgt unglaubliche Möglichkeiten im Bereich Mobilität und die EU soll Städten und Kommunen den nötigen Aufwind und gezielte Förderprogramme ausbauen, um die Mobilitätswende voranzutreiben. Als Kommunalpolitikerin weiß sie, man sollte nicht über die lokale Ebene hinwegentscheiden, sondern mit ihr gemeinsam. Das wirkt nicht nur motivierend, sondern macht Vorhaben auch realistischer, da der nötige Input der Anwendungsebene berücksichtigt werden kann. Sie setzt sich für eine lautere Stimme der Städte und Kommunen Europas ein.

Auch der ländliche Raum und die “letzte Meile” sollten bei der Mobilitätswende nicht in Vergessenheit geraten. Gerade hier könnte der  Ausbau der Mobilität für mehr Komfort und Nachhaltigkeit sorgen. Aufgrund häufig schlechtem Anschluss an den ÖPNV ist hier das individualisierte Verkehrsaufkommen besonders hoch. Mit digital vernetzten Sammeltaxen, die in Preisstrukturen des ÖPNVs eingebunden werden, können Menschen, die abseits der öffentlich gut angeschlossenen Achsen immer öfter Ihr privates PKW stehen lassen.

Die Deutsch-Französin will sich auf der Europäischen Ebene für den Ausbau der Nachtzug-Angebote stark machen, da sie -wenn gut durchdacht- sinnvolle Alternative zu Fliegen und Hotel sind. Auch grenzüberschreitende Lückenschlüsse im Bahnnetz müssen geschlossen werden. Ausbau und Elektrifizierung des Bahnnetzes müssen im konkreten Umsetzen der Pariser Klimaschutzziele Vorrangig angegangen werden. “Personen- und Güterverkehr müssen wir ökologischer hinbekommen! Das sind wir der nachfolgenden Generation verpflichtet!, unterstreicht die Politikerin.   

Anna Deparnay-Grunenberg ist überzeugt, dass Europa mehr kann: „Es gibt viel zu verlieren, wenn wir nicht handeln. Aber es gibt auch unglaublich viel zu gewinnen: Komfortablere, umweltschonendere und stressfreiere Mobilität, vernetzt und modern, das Schonen unserer Umwelt und stärkere Städte und Kommunen in Europa! Ich denke dafür lohnt es sich, sich mit vollem Einsatz einzubringen“ Ob sie mit ihrer Begeisterung die deutschen Wähler und Wählerinnen anstecken wird, bleibt offen. Die Europawahlen zogen zuletzt deutlich unter 50% der Stimmberechtigten an die Urnen. Zeit, dass sich das ändert, findet Deparnay-Grunenberg und darum ist sie weiter unterwegs, quer durch Deutschland, hauptsächlich mit Bus, Bahn und Rad. Und wenn es – in den entlegensten Ortschaften Baden-Württembergs hingeht, auch mal mit dem Auto unterwegs.