Die Lage der Wälder in der EU

Anna Deparnay-Grunenbergs erstes Statement im Plenum des Europäischen Parlamentes in Straßburg zur Lage der Wälder in der EU.

“ Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Ich möchte Sie daran erinnern, dass der Wald langsam wächst. Er folgt den unergründlichen Rhythmen der Natur. Klar, wir müssen in Europa den Waldbau weiterentwickeln, naturnäher muss unsere Forstwirtschaft werden, resilienter, dem Klimawandel angepasster. Wir müssen auch unsere besonderen Biotope schützen, und Wildnis muss wieder mehr Platz bekommen. Auch müssen wir im Blick behalten, dass wir eine nachhaltige Produktion dieses unglaublich wertvollen ökologischen Rohstoffs Holz brauchen.

Aber es wird nicht möglich sein, den gesamten ökologischen Frevel, den unsere wachstumsgetriebene Industriegesellschaft begeht, nur im Wald und durch den Wald zu kompensieren. Das ist manchmal ein bisschen der Stand der Debatte. Wir werden nicht den unersättlichen Energiebedarf durch den Energiewald decken können – also die Kritik an Biomasse. Wir werden nicht den Wald einseitig als CO2-Senke sehen können. Und wir können auch nicht den ganzen Verlust der Biodiversität durch eine neue Waldpolitik verändern.

Da ist die Agrarpolitik falsch und auch die Handelspolitik falsch, um da wirklich etwas dran zu machen. Wir können das nicht alles gleichzeitig und schnell schaffen. Der Wald wächst langsam und lässt sich eben auch nur langsam verändern. Daran werden uns unsere Kinder messen.“

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